


























Der G`wissenswurm- The unintentional end of Heimat
nach Ludwig Anzengruber
Inszenierung: Harald Posch
Bühne & Kostüm: Daniel Sommergruber
Musik: Jon Sass
Video: Petra Zöpnek
Autor: Ludwig Anzengruber
Dramaturgie: Hannah Lioba Egenolf
Mit: Miriam Fussenegger, Katrin Grumeth, Christoph Griesser, Peter Pertusini, Sebastian Thiers, Jon Sass
Ludwig Anzengrubers „Der G‘wissenswurm“ ist eine Steilvorlage für das Phantasma einer völkischen Idylle, die in Österreich derzeit so wirkmächtig ist. Harald Poschs Bearbeitung des 1874 uraufgeführten Volksstücks geht der Frage nach, welche Rolle das Unbewusst-Imaginäre im Faschismus der Gegenwart spielt. „Sie alle sind zu Grunde gegangen in und an der Gesellschaft und sie wissen das“, schrieb Viktor Adler über Anzengrubers Figuren – nur aussprechen und reflektieren durften sie es in der feudalen, präfaschistischen Gesellschaft freilich nicht.
Ging man vor einiger Zeit noch davon aus, dass sich die Kluft zwischen dem Leben in der Stadt und dem auf dem Land auf Grund steigender Mobilität, Digitalisierung und Globalisierung verringern könnte, zeichnen aktuelle Entwicklungen ein anderes Bild. Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten sowie die Infrastruktur zwischen Stadt und Land scheinen nach wie vor ungleich verteilt.
Die Stadt also als innovativer und kultureller Schmelztiegel auf der einen und das Land als konservativer und rückständiger Ort auf der anderen Seite? Aber: ist das Auseinanderdriften nicht eher ökonomisch-struktureller Natur und verlaufen die Gräben nicht eher im Sozialen als im Räumlichen?
Harald Posch geht diesen Fragen in seiner Inszenierung nach und beleuchtet, unter wessen Räder der Heimatbegriff im Konflikt zwischen urbanem und ruralem Leben eigentlich gekommen ist.
Fotos von Alexander Gotter